Dissertation schreiben – allgemeine Informationen und wichtige Tipps


Dissertation schreiben – allgemeine Informationen und wichtige Tipps
Die Dissertation ist auch als Doktorarbeit sowie als Doktorschrift bekannt. Sie ist ein Schritt auf dem Weg zur Promotion. Deshalb wird sie auch als Promotionsschrift (seltener: Dissertationsschrift) bezeichnet. Neben der Veröffentlichung der Dissertation stellt deren Verteidigung (Disputation) oder eine mündliche Prüfung (Rigorosum) den zweiten Abschnitt bei der Erlangung des höchsten akademischen Grads dar. 

Neben der korrekten stilistischen Gestaltung hängt der Erfolg einer Dissertation vor allem von einer einwandfreien wissenschaftlichen Vorgehensweise (u.a. das Recherchieren und die korrekte Zitierweise von Quellen) ab. Nur dann kann die eigene Forschung zu einem gewünschten Gewinn an Erkenntnissen führen. Damit es mit dem Abschluss tatsächlich gelingt, sollte für das Verfassen und die Überarbeitung (Lektorat, Kontrolle auf Plagiat, …) der Thesis genug Zeit eingeplant werden. 
Aber was sind eigentlich die Voraussetzungen, um promovieren zu können? Und welche Vorteile bietet ein solcher wissenschaftlicher Grad? Und wie geht man beim Verfassen der Dissertation am besten vor? Der folgende Artikel liefert Antworten auf diese Fragen.


Was man als Doktorand/in mitbringen sollte

Die Motivation, nach dem Studium weiterzumachen und sich intensiv einem Forschungsgebiet zu widmen besteht bei vielen Absolventen mit Master-Abschluss in dem hohen Ansehen, das mit einem Doktortitel verbunden ist. Und dieses hohe Ansehen hat durchaus seine Berechtigung, ist die Doktorarbeit doch wesentlich umfangreicher und somit anspruchsvoller als beispielsweise eine Bachelor- oder Diplomarbeit. Die geforderte Seitenzahl beträgt bei Medizinern zwar nicht selten lediglich 30 Seiten, kann sich aber z.B. in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen auch gut und gerne auf bis zu mehrere Hundert Seiten belaufen. 
Unabhängig vom Forschungsgebiet des Doktoranden setzt das Verfassen eines solchen Textes in erster Linie die folgenden Bedingungen voraus:
  • überdurchschnittlich guter Master- oder Diplomabschluss bzw. ein überdurchschnittlich gutes Staatsexamen
  • Es muss ein großes Interesse an der Forschung bestehen
  • Der oder die Promovierende sollte eine hohe Disziplin haben
  • Man kann sich das wissenschaftliche Arbeiten für den Rest seines Berufslebens vorstellen
  • Es wird eine Karriere an der Hochschule angestrebt. 

Was nützt eine Promotion?

Steht man vor der Frage, ob sich der enorme Aufwand für die Promotion tatsächlich lohnt, sollte man sich die folgenden Vorteile vor Augen führen:
  1. Die Promotion ist Voraussetzung für eine universitäre Karriere
  2. Sie qualifiziert für Führungspositionen (nicht nur in der Uni bzw. der Wissenschaft) und schafft gute Einstiegschancen für eine Laufbahn im Öffentlichen Dienst
  3. Personen mit Doktortitel verdienen durchschnittlich mehr als Personen ohne derartigen Abschluss
  4. Die Arbeitslosenquote unter Promovierten ist sehr gering.
  • Tipp: Wer bereits in den letzten Semestern seines Studiums mit dem Gedanken spielt, zu promovieren, kann vorbereitende Seminare besuchen und noch im Studium Schwerpunkte setzen, die für die Dissertation von Bedeutung sein könnten. Auf diese Weise fällt auch die Themenwahl zum späteren Zeitpunkt leichter. Zudem besteht ein Vorteil, wenn man an der Uni promoviert, an der man auch das Studium absolviert hat. Und zwar kann man dann vom bereits bestehenden Kontakt zu Professoren, Fachbereichen usw. profitieren.

Dissertation schreiben – so funktioniert’s!

Wer sich dazu entschieden hat, eine Dissertation zu schreiben, sollte sich zu aller erst Gedanken um eine geeignete Forschungsfrage machen. Es gilt, einen Doktorvater bzw. eine Doktormutter zu organisieren und man sollte einige weitere Dinge beachten. Welche das sind, wird in den folgenden Abschnitten erläutert.


Der Inhalt der Dissertation

Die Themenwahl ist der wichtigste Aspekt überhaupt. Die Herausforderung besteht darin, dass eine Fragestellung entwickelt werden muss, die so noch nie zuvor der Gegenstand einer Promotionsschrift war. Um eine Doppelung des Themas auszuschließen, müssen die Datenbanken zu Hochschulschriften und Forschungsvorhaben durchleuchtet werden. Und zwar nicht nur die der eigenen Uni, sondern auch die von anderen deutschsprachigen Hochschulen. Spielen fremdsprachige Quellen eine übergeordnete Rolle für die eigene Arbeit, müssen zudem ausländische Literaturdatenbanken überprüft werden.
  • Achtung: Wird in dieser Hinsicht nicht ausreichend recherchiert, d.h. gab es das jeweilige Thema bereits, wird die Promotion nicht anerkannt. Ein Vorteil dieser besonderen Recherche besteht übrigens darin, dass man sich Inspiration für die eigene Doktorarbeit einholen kann. 

Den passenden Betreuer für die eigenen Ansprüche finden

Hat man sich grob für ein Forschungsgebiet entschieden – das Interesse an diesem ist übrigens von übergeordneter Bedeutung, da man sich über einen langen Zeitraum mit dem Thema beschäftigt -, macht man sich auf die Suche nach einem Doktorvater bzw. einer Doktormutter. Diese/r kann eine gute Hilfe bei der Eingrenzung des Themas sein, da sie bzw. er Hinweise zum aktuellen Forschungsstand geben kann u.Ä. 
  • Praxistipp: Es lohnt sich, mit früheren Doktoranden in Verbindung zu treten, um sich darüber zu informieren, wie gut die Betreuung durch einen bestimmten Professor ist. Ebenfalls ist es empfehlenswert, eine Professorin zu wählen, deren Arbeitsweise man aus Seminaren und Vorlesungen kennt. 

Eine Übersicht schaffen: Welches Equipment wird benötigt?

Als Doktorand/in ist man auf technische Hilfsmittel angewiesen. Welche das im Einzelfall sind, hängt beispielsweise davon ab, ob im Rahmen der Forschung Interviews geführt werden. Ist das der Fall, sollte man sich trotz Smartphone und Co. um ein Tonbandgerät und entsprechendes anderes Equipment kümmern, damit man die Aufzeichnungen möglichst professionell und qualitativ hochwertig gestalten kann. 
Unabhängig von den durchgeführten Forschungsmethoden sind ein zuverlässiges Schreibprogramm sowie ein Literaturverwaltungsprogramm unerlässlich für das Projekt. Vor allem Letzteres erfordert eine mehrtägige Einarbeitung, stellt aber eine große Hilfe in Bezug auf die Quellenangaben und die Erstellung des Literaturverzeichnisses dar. Zudem behält man durch ein solches Programm allgemein den Überblick über die verwendete Literatur.
  • Apropos technische Hilfsmittel: Als Doktorand/in sollte man von den vielfältigen Möglichkeiten der Datenspeicherung Gebrauch machen. Um Datenverluste zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Dissertation mehrfach abzuspeichern (auf einer Festplatte, einem USB-Stick UND in einer Cloud). 

Die Gliederung bringt Struktur in den Plan

Hat man alle Vorbereitungen getroffen und gemeinsam mit dem Betreuer die Schwerpunkte für die Arbeit festgelegt, besteht der nächste Schritt darin, eine Gliederung zu erstellen. Die einzelnen Kapitel dienen zeitgleich als Zeitplan für die Dissertation. Wie die Gliederung und die anderen Seiten zu gestalten sind, kann übrigens von Fachbereich zu Fachbereich variieren. Der grobe Aufbau einer Promotionsschrift kann in etwa wie folgt aussehen:
  1. Titel- bzw. Deckblatt
  2. Ggf. Widmung
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis
  5. Einleitung
  6. Hauptteil
  7. Zusammenfassung
  8. Verzeichnis über die verwendete Literatur
  9. Anhang
  10. Danksagung

Damit die Energie nicht verlorengeht

Das Verfassen einer Dissertation nimmt viel Zeit, sprich: mehrere Monate in Anspruch. Umso wichtiger ist es, optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Hierzu zählt u.a. der Arbeitsort. Es ist beispielsweise nicht jedermanns Sache, im Home Office zu arbeiten, da hier die klare Trennung zwischen Beruf und Freizeit fehlt. Dementsprechend kann es sich lohnen, hin und wieder den Arbeitsort zu wechseln. Nur zwei Möglichkeiten sind der Besuch der universitären Bibliothek – hier wird man sich ohnehin häufig aufhalten, um Literatur zu beschaffen – sowie Coworking Spaces. Viele können sich an solchen Orten wesentlich besser konzentrieren als in den eigenen vier Wänden! 
Es ist ebenso von hoher Bedeutung, eine Balance zwischen Arbeitszeit und Auszeit zu schaffen. Das Sporttreiben, Unternehmungen mit Freunden etc. sind notwendig, um genügend Energie für die Bearbeitung der Dissertation aufzubringen und über einen längeren Zeitraum intensiv an dem Thema zu arbeiten. 
  • Tipp: Auch bei bestehenden Schreibblockaden sollte man eine Auszeit einlegen, um neue Kraft zu tanken.

Hinweise zum Schreiben einer Dissertation - Fazit

Dieser Artikel hat die Voraussetzungen für sowie die Vorteile einer Promotion beleuchtet als auch allgemeine Tipps für das Schreiben der Dissertation gegeben. Beachtet der Doktorand/ die Doktorandin diese Hinweise, erleichtert ihm/ ihr das den Weg von der Themenwahl bis hin zur Abgabe der Promotionsschrift!