Deutschland verlassen: Mit der richtigen Planung wird die Auswanderung zur Erfolgsgeschichte


Deutschland verlassen: Mit der richtigen Planung wird die Auswanderung zur Erfolgsgeschichte
Studieren und arbeiten, wo andere Urlaub machen, das ganze Jahr über Sonnenschein, unberührte Natur, unbegrenzte Freiheit: Den Traum vom Leben im Ausland haben viele. Damit dieser nicht zum Alptraum wird, müssen im Vorfeld wichtige Aspekte geklärt sein. Denn ein Neustart in einem fremden Land ist weitaus herausfordernder als es Doku-Soaps in der Regel zeigen.


Warum und wohin?


Die ersten Fragen, die man sich stellen muss, sind, warum will ich auswandern und – von der Antwort auf diese erste Frage oft abhängig – wohin? Wer „nur“ einige Semester im Ausland studieren will, findet dazu zahlreiche Anbieter im Netz, die meist die gesamte Organisation übernehmen. Diese lassen sich diesen Service aber auch fürstlich bezahlen, sofern man nicht über eine Stiftung ins Ausland wandert. Hinzu kommen die zum Teil nicht unerheblichen Studiengebühren, die ausländische Universitäten erheben. Daneben muss man die Kosten fürs Leben und Wohnen einplanen. Dennoch, wer es kann, der sollte unbedingt diese Zeit für einen Blick über den Tellerrand nutzen.


Zelte in Deutschland abbrechen


Wer seine Zelte endgültig abbrechen will, muss zum einen genau überlegen, womit er im Ausland sein Geld verdienen kann, zum anderen, wie die Einwanderungsbedingungen des jeweiligen Ziellandes lauten, sofern es außerhalb der EU liegt. Selbst ein Entwicklungsland wie die Philippinen stellen harte Bedingungen an einen Daueraufenthalt und ein Overstay, also ein Aufenthalt ohne Visum, wird nicht nur teuer, sondern bringt einen sofort auf die Blacklist, sprich, eine erneute Einreise nach der Abschiebung ist nicht mehr möglich.


Rahmenbedingungen abstecken


Ist das Wunschland klar, sollte man unbedingt mehrere Langzeiturlaube im Ort seiner Träume einplanen. Und diese nicht im Hotel, sondern in einer Ferienwohnung, am besten unter solchen Bedingungen, wie man sie vorfindet, wenn man dort lebt. In dieser Zeit kann man vor Ort Kontakte knüpfen, sich informieren, wie der Alltag läuft und wie die Besonderheiten der Region aussehen. 

Man muss die neue Heimat möglichst objektiv betrachten, was, zugegeben, nicht immer einfach ist im ersten Schwung der Euphorie. Es ist wie mit der Ehe: Man blicke auf die unangenehmsten Seiten des Landes und stelle sich vor, ob man mit diesen alt werden will. Denn genau diese unangenehmen Seiten werden im Laufe der Jahre schlimmer – zumindest empfindet man es so.

An einem kommt KEIN Auswanderungswilliger vorbei, der im Ausland noch arbeiten möchte: das Erlernen der Landessprache. Sie ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen und ohne sie kann Integration nicht gelingen. 


Vorsicht vor Abzocke


Auch über das Internet lassen sich viele Informationen abrufen und neue Bande knüpfen. Aber da gilt, wie immer im Leben: Vorsicht vor Abzockern und Leuten, die einem das Blaue versprechen. Niemand hat etwas zu verschenken – und niemand hat auf einen Einwanderer gewartet. Außer vielleicht denen, die an diesen unseriös verdienen. Wenn man Unterstützung benötigt, so gibt es in fast jedem Land Relocation-Services, die bei Umzug und Visafragen gegen Gebühr helfen.

Unterstützung findet man durchaus auch in Foren und Online-Gruppen, aber bitte, nicht überstrapazieren. Die Frage „ich will mit 500 Euro auswandern, reicht das?“, wird nicht auf sonderlich viel qualifizierte Antworten treffen.


Fahrplan aufstellen


Sind diese Rahmenbedingungen abgesteckt, kann es konkret werden. Wichtig ist, einen genauen Projektplan zu erstellen, in dem alle wichtigen Punkte und Ziele erfasst sind. Vom Wohnungskündigen über Impfungen bis hin zum eigentlichen Umzug werden in diesem Plan alle Meilensteine aufgelistet. Gehören Haustiere zur Familie, müssen auch für sie die besonderen Bedingungen des Ziellandes geprüft werden. Eine Checkliste im Excel-Format findet man hier.


Sich einlassen


Ein ganz wichtiger Punkt neben der genauen Planung ist auch die mentale Vorbereitung. Immerhin verlässt man sein altes Leben, seine Freunde, seine gewohnten Strukturen. Im Gegenzug nimmt man sich selbst immer mit, was, wenn man sich selbst nicht gut kennt, sehr erschreckend werden kann. Man muss, um ein neues Zuhause zu finden, seine Heimat loslassen – und seine Automatismen.

Wer die Bedingungen in seinem Zielland immer noch vergleicht mit Buxtehude Co., wer mit der neuen Mentalität, dem kulturellen Selbstverständnis und den Eigenheiten im Ausland nicht klarkommt, der sollte es sich wahrlich gut überlegen, auszuwandern, sofern er nicht unglücklich werden will.

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