Tipps und Tricks für die Fotosafari


Tipps und Tricks für die Fotosafari

Begegnungen mit Wildtieren sind natürlich selbst in Nationalparks nicht planbar, sondern hängen immer auch vom Glück ab. Man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Darüber hinaus kann man aber einiges tun, um die Chancen auf gute Bilder zu steigern. Stefan Schütter, der schon mehrfach mit der Kamera in Afrika und Indien unterwegs war, hat dazu 10 Tipps und Tricks zusammengestellt (Erfahrungsberichte, Fotos und Tipps von seinen eigenen Reisen liefert ergänzend sein Blog https://www.foto-reise-welt.de). 

  1. Meist sind die Beobachtungschancen in der Trockenzeit am besten, weil sich die Tiere dann an den wenigen verbliebenen Wasserquellen sammeln. Nachteile sind die oftmals nicht mehr sehr fotogene Vegetation und besonders große Hitze. 
  2. Am aktivsten sind die Tiere natürlich immer in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Dann ist auch das Licht viel weicher als in den oft grellen Mittagsstunden mit wenig Konturen auf den Fotomotiven und harten Schatten.
  3. Hat man nur einen Tag Zeit, wird man wohl im Park herumfahren, um sich in der Kürze der Zeit einen möglichst umfassenden Eindruck zu verschaffen. Ist man dagegen mehrere Tage vor Ort, ist es sinnvoller sich eine Stelle (idealerweise ein Wasserloch oder ein Flussufer) auszusuchen und dort zu beobachten, wer im Laufe der Zeit auftaucht.
  4. In beiden Fällen gilt: In der Regel ist es besser, wenn man einem Tier Zeit gibt, sich selbst zu nähern. Versucht man dagegen sich „anzupirschen“, so wird man das Tier oft in die Flucht schlagen, bevor man ein gutes Foto machen konnte. 
  5. Häufig gibt es in den Camps des Parks aufgestellte Karten des Gebiets, wo kleine Magnettiere die aktuellen Sichtungen der vergangenen Tage markieren. Das liefert wichtige Anhaltspunkte wo man nach den „Big Five“ und anderen Tieren suchen könnte.
  6. Ist man als Selbstfahrer unterwegs, so ist es für das ungeübte Auge oft schwierig die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu entdecken. Einfacher ist es da, nach Ansammlungen von Safarifahrzeugen Ausschau zu halten, oder nach Geiern in der Luft. Wo diese heruntergehen und/oder viele Autos stehen, könnten sich Raubkatzen und ein frischer Riss befinden.
  7. Am besten kennen sich natürlich die Ranger und Safari-Guides des Parks aus. Bucht man einen Gamedrive mit ihnen, so sind die Chancen auf Tierbegegnungen besonders groß. Zumal diese Experten in der Regel mit ihren Kollegen in Funkkontakt stehen und so immer zeitnah erfahren, wo gerade etwas Spannendes passiert.
  8. Die meisten Tiere sind dennoch recht scheu und man kann sie nur über größere Distanzen beobachten. Daher empfiehlt sich ein Teleobjektiv mit langer Brennweite von 500 mm oder mehr. Idealerweise in Kombination mit einer Kamera mit kleinerem Chip und sogenanntem „Crop-Faktor“, der einer Brennweitenverlängerung mit dem Faktor 1,6 entspricht. 
  9. Formatfüllende Portraits von statischen Tieren sind heute aber nur noch gut für Bestimmungsbücher. Spannende Bilder zeigen entweder das Tier in Aktion oder beziehen seinen Lebensraum möglichst ästhetisch mit ein. Bei den Actionsfotos sollte man aber möglichst kurze Belichtungszeiten einstellen. Wenn es das Licht hergibt, sind 1/2000 oder noch weniger eine gute Wahl, um auch die Bewegung schneller Tiere einzufrieren.  
  10. Eine andere Möglichkeit die Bewegung von Tieren auf Bildern zu zeigen sind Mitzieher. Dabei folgt man mit der Kamera dem Motiv, das idealerweise parallel zum Kameraschwenk läuft. Ist die Geschwindigkeit des Schwenks synchron zur Geschwindigkeit des Tieres, so ist dieses scharf und der Hintergrund verwischt. Hier sind relativ lange Belichtungszeiten nötig. Sehr gute Ergebnisse erzielt man mit 1/30, man sollte aber mit den Zeiten auch etwas experimentieren.

Bildunterschrift: Davon träumt jeder Fotograf: Eine Begegnung mit einem Tiger aus nächster Nähe, wie sie in indischen Nationalparks auch noch heute möglich ist.

(Fotocredit: Stefan Schütter / www.foto-reise-welt.de)