Mangelernährung in Kliniken und Pflegeheimen - dringender Handlungsbedarf


pflegeheim-klinik

Der Bundesverband Medizintechnologie sieht beim Thema Mangelernährung in Kliniken und Pflegeheimen dringenden Handlungsbedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat jüngst festgestellt, dass in deutschen Kliniken bis zu 30 Prozent der Patienten und in Pflegeheimen bis zu 25 Prozent der Bewohner mangelernährt sind.

Mangelernährung ist definiert als ein Zustand des Mangels an Energie, Eiweiß oder anderen Nährstoffen wie beispielsweise Vitamine oder Spurenelemente.
 

Gründe für eine Mangelernährung

Die häufigsten Gründe für eine Mangelernährung sind ein erhöhter Nährstoffbedarf, beispielsweise bei Krebserkrankungen oder chronischen Erkrankungen, und die gleichzeitig unzureichende Nährstoffaufnahme. Eine Mangelernährung schwächt das Immunsystem, führt zu Muskelabbau und somit zum Verlust wichtiger motorischer Fähigkeiten. Dies wiederum kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen oder den Heilungsprozess insgesamt verzögern.

Pulver- und Trinknahrung zur besseren Versorgung müssen also individuell an die Situation des Patienten oder der zu pflegende Person angepasst werden. Die Gefahr einer Mangelernährung oder einer bestehenden Mangelernährung kann durch das Erkennen eines ungewollten Gewichtsverlustes, einer verringerten Nahrungszufuhr oder bei regelmäßigem Erfassen des Ernährungszustandes festgestellt werden.

Wenn Patienten oder Senioren ihren Energiebedarf nicht mehr durch normale Lebensmittel sowie Gemüse und Obst decken können oder vielleicht sogar eine Schluckstörung (Dysphagie) vorliegt, können Speisen mit Pulvernahrung und Nährstoffkonzentraten angereichert oder mit Trinknahrung ergänzt werden. Der Einsatz von Trinknahrung sollte mit ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Die Tagesverpflegung besteht bei mangelernährten Personen aus fünf bis acht kleineren Mahlzeiten, die über den Tag verteilt angeboten werden. Dabei können auch heilende Verfahren der Naturheilkunde helfen. Die verzehrte Nahrungsmenge wird dokumentiert und an die sich ändernden Bedürfnisse des Seniors angepasst. Durch regelmäßige Gewichtskontrolle wird der Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen überprüft.
 

Ernährung bei Kau- und Schluckstörungen

Bei Kau- und Schluckstörungen handelt es sich um zwei unterschiedliche Beeinträchtigungen, die das Essen und Trinken erschweren. Kaubeschwerden können durch schlecht sitzende Prothesen oder Krankheiten im Mundraum entstehen, die oft durch entsprechende Maßnahmen behoben werden können. Schluckstörungen im Alter sind häufig die Folge von Schlaganfällen, Tumorkrankheiten oder neurodegenerativen Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Demenz.

Insgesamt wirken sich Kau- und Schluckstörungen erheblich auf die Freude am Essen und Trinken aus. Das Risiko einer Mangelernährung steigt dadurch an. Bei Kau- und Schluckstörungen wird die Konsistenz der Speisen und Getränke dem Schweregrad der Störung individuell angepasst.

Vorschläge zur Konsistenz von Speisen:
 
  • Stufe 1: passierte dickflüssige oder breiige Kost
  • Stufe 2: pürierte Kost
  • Stufe 3: teilpürierte Kost
  • Stufe 4: adaptive/weiche Kost, nicht püriert
Wichtig ist in allen Stufen, dass die einzelnen Speisen eine homogene Konsistenz haben und keine Krümel, Fasern oder Stücke enthalten, die ein Verschlucken begünstigen würden. Man sagt ja: "Das Auge isst mit", daher sollte auf eine appetitliche Darreichung der Speisen geachtet werden. Um passierte Kost in eine appetitliche Form zu bringen, gibt es fertige Geliermischungen zur Herstellung schnittfester warmer und kalter Gelees, die sowohl geschmacksneutral, als auch vegan sind, wie zum Beispiel das Produkt: Essen INFORM vom Hersteller Jo NOVA, das ideal für die Verfahren Cook & Chill und Cook & Freeze geeignet sind und gerne in Pflegeheimen eingesetzt werden.


Suppen und Getränke können mit Hilfe von Andickungsmittel beziehungsweise Andickungspulver angedickt werden. Durch das Andicken von Getränken und Flüssigkeiten kann das Risiko einer Aspiration, also das eindringen von Flüssigkeit in die Luftröhre, bei einer Schluckstörung (Dysphagie) verringert werden.
 

Fazit

Einer Mangelernährung kann durch individuelle Ergänzung von Aufbaunahrung entgegengewirkt werden. Sollte eine Mangelernährung aufgrund einer Kau- und Schluckstörung aufgetreten sein, kann man die Konsistenz von Speisen und Getränken mit Hilfe von Andickungsmittel andicken, um das Risiko einer Aspiration zu verringern und damit einer Mangelernährung entgegenwirken.