Studieren ohne Zitieren – ist das wohl möglich?

Studieren ohne Zitieren – ist das wohl möglich? In so gut wie jedem Studiengang wirst du dich früher oder später mit der Notwendigkeit von Zitaten konfrontiert sehen. Spätestens im Rahmen der Bachelor- oder Abschlussarbeit wirst du eine wissenschaftliche Arbeit schreiben müssen und diese setzt die korrekte Nutzung von Zitaten voraus. Die Notwendigkeit von Zitaten ergibt sich aus dem Kredo der Wissenschaft, dass alle verwendeten Informationen und Inhalte nachvollziehbar und in korrekter Art und Weise gekennzeichnet werden müssen. 


Welche Arten von Zitaten gibt es? 

Grundsätzlich wird zwischen direkten und indirekten Zitaten unterschieden. Bei ersteren nutzt du Aussagen und Inhalte anderer Autoren im direkten Wortlaut und baust diese im Fluss deines Textes ein. Mit Indirekten Zitaten verfolgst du prinzipiell denselben Zweck, wie mit direkten. Du möchtest durch die Nutzung der Aussagen anderer Autoren deine eigene Aussage unterstreichen oder inhaltlich belegen. Der Unterschied ist hierbei, dass du nicht den direkten Wortlaut des zitierten Autors nutzt, sondern lediglich inhaltlich dessen Inhalt wiedergibst. Dies ist wichtig, denn in Bezug auf die Kennzeichnung der Zitate gibt es gravierende Unterschiede, denen wir uns noch gesondert widmen möchten. 


Welche Zitiermethoden gibt es? 

Grundsätzlich wird im akademischen Kontext zwischen zwei unterschiedlichen Zitierweisen unterschieden, die sich wesentlich unterscheiden. In den meisten Fällen kannst du beide Varianten verwenden, solange du diese nicht mischst. 


Deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise funktioniert mit Hilfe von Fußnoten. Dabei setzt du hinter dem zitierten Textabschnitt eine kleine hochgestellte Zahl, die den Verweis auf die Quellen kennzeichnet. In der Fußzeile deines Dokumentes ergänzt du dann die genaueren Informationen zu der Quelle. Dabei musst du die Fußnoten fortlaufend nummerieren und für die Informationen in der Fußzeile immer das gleiche Muster verwenden. 


Dieses stellt sich beispielhaft folgendermaßen dar: 

Wiesflecker, H.: Kaiser Maximilian I. Das Reich, Österreich und europ. an der Wende zur Neuzeit, München 1986, Bd. II, S. 201.

Hierbei ist insbesondere wichtig, dass alle Informationen in der richtigen Reihenfolge und Formatierung angegeben sind. 


Amerikanische Zitierweise

Die amerikanische Zitierweise funktioniert im Gegensatz zur deutschen eklatant anders. Anstelle von Literaturangaben in Fußnoten werden diese in sogenannten Kurzbelege direkt im Text vermerkt und anschließend in einem umfassenden Literaturverzeichnis aufgestellt. Die amerikanische Zitierweise wird auch Harvard System genannt und folgt bei den Kurzbelegen dem folgenden Muster: Direkt im Fließtext werden eingeklammert folgende Informationen eingefügt. Autorenname, Jahr: Im Literaturverzeichnis kannst du dann die selbe Art und Weise des Nachweises nutzen, wie wir uns oben schon bei der deutschen Zitierweise angeschaut haben. 


Welche Methode ist besser? 

Bei den zwei gängigen Zitierweisen gibt es im Normalfall keinen klaren Gewinner und es kommt maßgeblich darauf an, welche Zitierweise Ihnen mehr zusagt. Allerdings bieten die beiden Methoden einige Vor- und Nachteile. 


Lesefluss

Ein großer Nachteil der amerikanischen Methode und gleichzeitig ein großer Vorteil der deutschen Methode ist, dass durch die kleinen Verweise in Form von Zahlen der Lesefluss im Text nicht gestört wird und alle zusätzlichen Informationen sich unter dem Text finden. Die bei der amerikanischen Methode verwendeten Kurzverweise sind durch Ihre Lage direkt im Text weniger vorteilhaft für den Leser und können den Lesefluss hindern. Natürlich ist dies von Leser zu Leser unterschiedlich, an kleinen hochgestellten Zahlen stören sich jedoch die wenigsten. 


Anmerkungen

Ein weiterer Vorteil der deutschen Zitierweise ist die Möglichkeit neben Literaturangaben noch weitere Anmerkungen in die Fußnoten aufzunehmen. Falls du dem Leser weitere Informationen mitgeben willst, die du nicht im Text direkt erwähnen will, eignet sich die Fußnote hierfür sehr gut. Bei der amerikanischen Zitierweise hast du diesen Platz hingegen nicht zur Verfügung, da du sämtliche Literaturangaben direkt im Text angibst. 


Aufwand

Ein Punkt, in dem die amerikanische Zitierweise den Vorteil hat, ist der Aufwand mit dem die Einarbeitung der Literaturangaben verbunden ist. So ist die Einpflege der Kurzbefehle in den Text sehr viel einfacher, als die oft mühselige Festlegung von Fußnoten und das anschließende Angeben der Quellen in der vorgegebenen Art und Weise. Außerdem kannst du dich am Ende der Texterstellung Zeit nehmen das gesamte Literaturverzeichnis auszufüllen. Da du dieses in den meisten Fällen auch bei Verwendung der deutschen Zitierweise tust, sparst du dir somit Arbeit. 


Beide Methoden sind gleichermaßen zugelassen 

Im universitären Kontext sind meist beide Zitierweisen gleichermaßen akzeptiert und werden bei wissenschaftlichen Arbeiten zugelassen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass du nach Festlegung einer Zitierweise auch bei dieser bleibst und das gewählte System durchgehend nutzen musst. Ansonsten entsteht nicht nur Verwirrung, sondern du begehst auch einen formellen Fehler, der sich in der Benotung deiner Arbeit zeigen wird. Du bist am besten aufgestellt, wenn du dich grundsätzlich für eine Zitierweise entscheidest und diese in allen wissenschaftlichen Texten verwendest, da du so schnell routiniert wirst und weniger Fehler machst. 


Worauf muss man beim Zitieren achten? 

Das Zitieren ist ein sehr wesentlicher Teil des wissenschaftlichen Arbeitens und erfordert daher enorme Sorgfalt. Da du mit Zitaten die Herkunft deiner verwendeten Informationen angibst, ist die richtige Angabe von Quellen essenziell. Du musst deshalb auch immer darauf achten, keine formellen Fehler beim Zitieren zu machen, da du mit falschen oder gar unvollständigen Zitaten sofort ein Plagiat herstellst. Dies führt nicht nur zum Nichtbestehen der Prüfungsleistung, sondern ist auch in Bezug auf die Veröffentlichung Ihrer wissenschaftlichen Arbeiten problematisch. 


Vollständigkeit und Sorgfalt

Das allerwichtigste beim richtigen Zitieren ist jedoch die sorgfältige Auswahl der Literaturquellen und der anschließende Verweis auf diese. Hast du deine Arbeit fertig gestellt und die Literaturrecherche bereits vollständig abgeschlossen, heißt dies noch lange nicht, dass du ausreichend Belege erbracht hast. Was zählt ist, dass du am Ende einen Text hast, der völlig lupenrein alles verwendete geistige Werk anderer Wissenschaftler kennzeichnet und somit kein Plagiat enthält. Dazu musst du teilweise auch Informationen belegen, die du bereits als Vorwissen hattest und nicht während deiner Recherche gefunden hast. Somit erfordert das ausführliche Zitieren auch teilweise eine nachträgliche Arbeit. Diese beinhaltet das Suchen von Quellen für Informationen, die du bereits vorher hattest, die aber trotzdem belegt werden müssen. 


Einfache Verarbeitung

Mit der falschen Herangehensweise kann das Einpflegen von Zitaten oder Fußnoten sehr aufwendig sein. Du solltest daher versuchen, möglichst wenig Zeit mit dem Angeben der Zitate zu verwenden, damit du dich ganz auf die Erstellung deines Textes konzentrieren kannst. Dabei helfen allen voran technische Hilfsmittel. So bieten dir die meisten Textverarbeitungsprogramme die Möglichkeit, schnell und einfach Fußnoten einzufügen, die automatisch chronologisch nummeriert und in die Fußzeile eingefügt werden. So kannst du direkt beim Schreiben Textstellen bestimmen, an denen sie später Zitate einfügen wollen und diese einfügen, sobald der Text fertig ist. 

Zitieren ist ein wesentlicher Teil des wissenschaftlichen Arbeitens und sollte daher in jedem Fall richtig gemacht werden. Wichtig ist dabei, dass du eine der erwähnten Methoden verwendest und diese durchgehend in der korrekten Art und Weise anwendest. Dabei haben beide Methoden die Vor- und Nachteile und wie immer ist auch die Wahl der Zitierweise Geschmackssache.
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