Nicht mehr als nötig: Diese Versicherungen brauchen Studenten


Nicht mehr als nötig: Diese Versicherungen brauchen Studenten
Einige Wochen nach der erfolgreichen Abiturprüfung beginnt für Studenten eine spannende Zeit in ihrem Leben: Sie starten in das erste Semester an der Universität. Sie freuen sich darauf, die anderen Studierenden kennenzulernen und neue Bekanntschaften zu schließen. Vielleicht müssen Sie für Ihr Studium in eine andere Stadt ziehen und sind zum ersten Mal längere Zeit von Ihrer Familie getrennt. Als wäre das nicht schon aufregend genug, steht in dieser Phase noch eine andere Frage im Raum: Welchen Versicherungsschutz benötigen Sie eigentlich? Bei den meisten Studierenden ist das Geld knapp. Deshalb möchten Sie natürlich nicht mehr Geld ausgeben als unbedingt nötig. Welche Absicherung brauchen Sie also wirklich, und worauf sollten Sie achten?
 

Ohne Krankenversicherung geht es nicht


Im Prinzip benötigen Studierende nur wenige Versicherungen. Eine Krankenversicherung ist allerdings Pflicht, das liegt an der in Deutschland geltenden Versicherungspflicht. Falls Sie sofort nach dem Abitur mit dem Studium beginnen, ist die Familienversicherung eine gute Option. Sind Ihre Eltern gesetzlich krankenversichert, können Sie sich bis zum vollendeten 25. Lebensjahr kostenlos in der Familienversicherung versichern. Allerdings dürfen Sie pro Monat nicht mehr als 435 Euro oder maximal 450 Euro durch einen Minijob verdienen. Für ältere Studenten kommt eine studentische Krankenversicherung in Frage. Sie gilt bis zum vollendeten 30. Lebensjahr oder bis zum Ende des 14. Fachsemesters. Laut dem Gründer von Versicherungsriese, eines der größten Versicherungsvergleichsportale in Deutschland, liegen die Kosten für diese Absicherung monatlich derzeit bei 76,04 Euro, hinzu kommt die Pflegeversicherung und je nach Krankenkasse ein Zusatzbeitrag. Erfüllen Sie auch diese Voraussetzungen nicht mehr, müssen Sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern. 

Tipp: Sofern Sie ein Semester im Ausland belegen, sollten Sie sich um eine private Auslandskrankenversicherung kümmern. Sie kommt für Kosten für eine Behandlung oder einen Rücktransport aus dem Ausland auf, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gezahlt werden.


Was hat es mit der privaten Haftpflicht auf sich?


Auch bei der Privathaftpflicht können Studierende sparen. Bis zum Abschluss des ersten Studiums oder bis zum Erreichen einer in den Versicherungsbedingungen festgelegten Altersgrenze sind Sie in der Versicherung Ihrer Eltern mitversichert. Allerdings müssen Sie dazu in der Regel den gleichen Wohnsitz nachweisen wie Ihre Eltern. Sofern Sie in einer Wohngemeinschaft leben oder schon eine eigene kleine Wohnung haben, ist meist eine eigene Haftpflichtversicherung erforderlich. 

Hinweis: Unterschätzen Sie die Konsequenzen nicht, die daraus entstehen können, wenn Sie keine private Haftpflicht abgeschlossen haben! Verursachen Sie nämlich einer anderen Person einen Schaden, müssen Sie diesen ersetzen, selbst wenn Sie finanziell dazu keine Möglichkeit haben! Prüfen Sie deshalb, welcher Versicherer eine günstige Haftpflicht für Studenten anbietet und schließen Sie bei Bedarf einen Vertrag für sich ab.


Wann ist eine Hausratversicherung nötig?


Wenn Sie bereits einen eigenen kleinen Haushalt haben, kann sich der Abschluss einer Hausratversicherung lohnen. Wenn nämlich Ihr Eigentum durch einen Schaden aus Sturm, Hagel, Leitungswasser, durch einen Einbruchdiebstahl oder durch einen Blitzeinschlag beschädigt oder vollständig zerstört wird, müssten Sie Ihren Hausrat neu anschaffen. Die Kosten dafür können Sie selbst bei einem kleinen Haushalt vermutlich kaum bezahlen. Eine Hausratversicherung kann deshalb sehr sinnvoll sein. 

Tipp: Wenn Sie lediglich ein kleines Zimmer in einer Wohngemeinschaft bewohnen, kann es sich lohnen, die Hausratversicherung Ihrer Eltern zu erweitern. Prüfen Sie mit dem Versicherer, ob eine Außenversicherung möglich ist oder gegen einen geringen Aufpreis im Vertrag vorgesehen werden kann. Diese Ergänzung ist in der Regel günstiger als der Abschluss einer eigenen Hausratversicherung.


Welche Absicherung schützt vor Berufsunfähigkeit?


Eines der größten Risiken ist der Verlust der Arbeitskraft. Als Student sind Sie nicht gegen Erwerbsminderung versichert. Wenn Ihnen im Studium durch einen Unfall oder eine Krankheit etwas passiert, was Sie später an der Ausübung Ihres geplanten Berufs hindert, erhalten Sie also keine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Der frühzeitige Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb sehr zu empfehlen. Manche Versicherer bieten diese Studentenversicherung zu günstigen Preisen an. Zum Ende des Studiums wird der Vertrag dann meist ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung gegen einen Aufpreis in eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Berufstätige umgewandelt. Diese Absicherung ist für junge Studenten auf jeden Fall zu empfehlen, denn in jungen Jahren können Sie sich noch sehr günstig versichern. 

Tipp: Es gibt am Markt mehrere Versicherer mit einer guten BU-Versicherung für Studierende. Vergleichen Sie deshalb die Preise und die Leistungen, bevor Sie sich für einen Versicherer entscheiden und wählen Sie den Tarif, der am besten zu Ihrem Bedarf passt.


Welche Studentenversicherung ist sonst noch sinnvoll?


Mit einer Krankenversicherung, einer Haftpflicht und einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind Sie als Student gut versichert. Sollten Sie bereits ein eigenes Auto oder ein Motorrad auf Ihren Namen anmelden, kommt noch die Kfz- oder Motorrad-Haftpflicht dazu. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und eine Pflichtversicherung, wenn Sie ein eigenes Fahrzeug auf Ihren Namen anmelden möchten. Umgehen können Sie diese Versicherung nur, wenn Ihre Eltern das Auto oder das Motorrad auf ihren Namen anmelden und auch die Versicherung für Sie abschließen.